Hallo meine lieben Deutschlerner!
Schön, dass ihr wieder da seid. Heute widmen wir uns einem Thema, das viele von euch nachts wachhält – oder zumindest für ordentlich Stirnrunzeln im Unterricht sorgt. Es geht um diese kleinen Wörter, die wie Lego-Bausteine funktionieren, aber manchmal so wirken, als hätten sie keine Anleitung: Die Präpositionaladverbien.
Gleich vorneweg: Das, was wir heute diskutieren, hat in unterschiedlichen Grammatiken auch unterschiedliche Namen, aber es ist im Prinzip dasselbe:
- Präpositionaladverbien
- Pronominaladverbien
- Präpositionalpronomen
- Präpositionalobjekte
Es handelt sich um diese kleinen Wörter, die mit da- beginnen und eine Präposition am Ende haben.
“It depends” – Warum “Es kommt an” nicht reicht
Stellt euch vor, ihr seid in einer Prüfung oder einem Meeting. Jemand fragt euch: „Gehen wir morgen wandern?“ Und ihr wollt ganz cool sagen: „It depends.“
In eurem Kopf übersetzt ihr vielleicht direkt aus dem Englischen: It depends. Viele Schüler sagen dann: „Es kommt Wetter an.“ oder „Es hängt ab es regnet.” Aber stopp! In diesem Moment bekommt irgendwo ein Deutschlehrer einen Herzinfarkt. Warum? Weil im Deutschen das Verb ankommen in dieser Bedeutung die Präposition auf (+ Akkusativ) braucht und das Verb abhängen braucht die Präposition von (+ Dativ). Und weil wir uns nicht auf eine Person, sondern auf einen Umstand beziehen, brauchen wir das „da-“.
Präpositionen sind nicht gern allein, sie stehen immer vor einem Nomen (Latein: “prä”= vor, also “vorpositioniert”). Und wie ihr schon wisst, sie wollen auch immer spezielle Fälle haben.
Das „Da-“ als Platzhalter
Da die Präpositionen immer ihr Nomen hinter sich haben wollen, müssen wir sie glücklich machen, wenn in unser Struktur kein Nomen kommt, sondern eine Verb-Konstruktion (z.B. ein Nebensatz). Wir benutzen also das “da-” als Platzhalter für das fehlende Nomen und verbinden es mit der Präposition. Das neu entstandene Präpositionaladverb (oder Pronominaladverb) ist wie ein Zeigefinger . Es zeigt auf etwas, das wir gleich noch sagen werden 👉 oder das wir gerade eben erwähnt haben 👈.
Beispiel:
- „Gehen wir morgen wandern?“
- „Es kommt darauf (gleich sagen wir “was”) an, ob die Sonne scheint.“
- „Es hängt davon (gleich sagen wir “was”) ab, ob die Sonne scheint.“
Hier ist darauf/davon der Platzhalter für den ganzen Nebensatz (ob die Sonne scheint). Ohne das „da“ bricht die Brücke zwischen den Satzteilen zusammen.
Die Mechanik: Wie baue ich diese Wörter? 🔧
Die Logik ist eigentlich ganz einfach (ja, wirklich!). Ihr nehmt das Wort da (oder dar, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt) und klatscht die Präposition hinten dran.
- da + für = dafür (Ich bin dafür!)
- da + mit = damit (Damit habe ich gerechnet.)
- da + (r) + auf = darauf (Ich warte darauf.)
- da + (r) + an = daran (Ich denke daran.)

Wann benutze ich sie?
Wir nutzen diese Wörter nur für Sachen, Konzepte oder ganze Sätze. Wenn es um Menschen geht, benutzen wir die normale Präposition + Pronomen.
- Sache: „Ich denke an den Urlaub.“ -> „Ich denke daran.“
- Person: „Ich denke an meine Oma.“ -> „Ich denke an sie.“ (NICHT: daran!)
Die Brückenfunktion: Der Verweis auf Nebensätze 🌉
Das ist der Bereich, in dem ihr als B2-Schüler glänzen könnt. Wenn ihr einen Nebensatz mit dass oder ob einleitet, braucht das Hauptverb oft eine Einladung in Form eines Da-Wortes.
1. Das klassische „darauf“ (ankommen auf, warten auf, freuen auf)
- „Ich freue mich darauf, dass wir uns bald wiedersehen.“
- „Wir müssen darauf achten, dass wir die Frist einhalten.“
2. Das nützliche „daran“ (denken an, sich erinnern an, arbeiten an)
- „Erinnere mich bitte daran, den Müll rauszubringen.“
- „Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen.“
3. Das unterschätzte „damit“ (rechnen mit, anfangen mit)
- „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Prüfung so schwer ist.“
Warum machen wir uns die Mühe?
Vielleicht denkt ihr jetzt: „Mensch, kann ich nicht einfach das ‘da’ weglassen?“ Theoretisch versteht man euch meistens. Aber: Wenn ihr auf B1/B2-Niveau seid, geht es um Präzision und Stil. Diese Wörter sind wie Schmiermittel für eure Sätze 🛢️. Sie machen eure Sprache flüssiger und zeigen, dass ihr die Struktur der deutschen Sprache wirklich durchschaut habt.
Außerdem helfen sie euch, Wiederholungen zu vermeiden.
- „Ich habe ein neues Auto. Ich bin sehr stolz darauf.“ (Statt: „Ich bin sehr stolz auf mein neues Auto.“)
Ein kleiner Tipp vom Lehrer: Die „W-Fragen“
Wenn ihr euch unsicher seid, welches Da-Wort ihr braucht, fragt euch: „Wonach frage ich?“
- Ich warte auf den Bus. -> Worauf wartest du? -> Ich warte darauf.
- Ich träume von Pizza. -> Wovon träumst du? -> Ich träume davon.
Das „Wo-“ am Anfang der Frage ist der beste Freund des „Da-“ in der Antwort.
Denn… das “wo” ist unser Platzhalter in Fragen und Relativsätzen! Ist das nicht toll? Es ist das gleiche Prinzip wie bei da-:
- Womit schreibst du? – Damit schreibe ich.
- Worüber habt ihr gesprochen? – Darüber haben wir gesprochen.
Zusammenfassung für euren Spickzettel
| Verb + Präposition | Da-Wort | Beispiel-Satz |
| ankommen auf (+ Akk) warten auf (+ Akk) | darauf | Es kommt darauf an, wann es regnet. |
| sich gewöhnen an (+ Akk) | daran | Ich habe mich daran gewöhnt, früh aufzustehen. |
| abhängen von (+ Dat) träumen von (+ Dat) | davon | Es hängt davon ab, wie spät es ist. |
| Angst haben vor (+ Dat) | davor | Ich habe Angst davor, den Termin zu verpassen. |
Das Thema Präpositionaladverbien in Grammatik Aktiv:
A1-B1 Lektion 59
B2-C1 Lektion 33
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