Kopf hoch! – Warum dein Körper mehr sagt, als du denkst
Hallo an meine fortgeschrittenen Sprachgenies! Heute schauen wir uns etwas an, das eurem Deutsch den letzten Schliff gibt: Redewendungen.
Wenn ihr auf dem Niveau B1 oder B2 seid, versteht ihr meistens jedes einzelne Wort in einem Satz. Aber manchmal ergibt der Satz trotzdem keinen Sinn. Warum? Weil die Deutschen es lieben, ihre Körperteile für Metaphern zu benutzen. Wenn euch jemand sagt: „Du nimmst mich doch auf den Arm!“, dann meint er nicht, dass er hochgehoben werden will. Er glaubt nur, dass ihr einen Scherz macht.
Tauchen wir ein in die Anatomie der deutschen Sprache!

1. Die Hände: Zwischen Geschick und Faulheit 🖐️🤚
In Deutschland wird viel Wert auf Handwerk und Arbeit gelegt. Kein Wunder, dass die Hände in vielen Redewendungen vorkommen.
- Zwei linke Hände haben: * Bedeutung: Man ist handwerklich absolut unbegabt.
- Beispiel: „Frag mich nicht, ob ich das Regal aufbauen kann. Ich habe zwei linke Hände!“
- Jemanden unter die Arme greifen:
- Bedeutung: Jemanden unterstützen oder helfen (meistens finanziell oder bei einer schweren Aufgabe).
- Beispiel: „Mein Bruder hat mir beim Umzug unter die Arme gegriffen.“
- In guten Händen sein:
- Bedeutung: Gut betreut oder sicher sein.
- Beispiel: „Keine Sorge, dein Auto ist in der Werkstatt in guten Händen.“
2. Der Kopf und das Gesicht: Wo die Emotionen sitzen 🤯
Der Kopf ist nicht nur zum Denken da, sondern auch für eine Menge dramatischer Ausdrücke.
- Jemandem den Kopf verdrehen:
- Bedeutung: Jemanden so sehr beeindrucken, dass er sich verliebt.
- Beispiel: „Diese neue Kollegin hat Markus völlig den Kopf verdreht.“
- Ein langes Gesicht machen:
- Bedeutung: Enttäuscht sein.
- Beispiel: „Als es anfing zu regnen, machten die Kinder im Zoo ein langes Gesicht.“
- Die Ohren steif halten:
- Bedeutung: Mutig bleiben, nicht aufgeben. (Oft als Abschiedsgruß in schwierigen Zeiten).
- Beispiel: „Ich weiß, die Prüfung ist schwer. Halt die Ohren steif!“
Die Beine, Arme und Füße: Bewegung im Spiel 👣
- Auf großem Fuß leben:
- Bedeutung: Viel Geld ausgeben, luxuriös leben.
- Beispiel: „Seit seiner Beförderung lebt er auf ziemlich großem Fuß.“
- Jemanden auf den Arm nehmen:
- Bedeutung: Jemanden verarschen oder einen Scherz mit ihm machen.
- Beispiel: „Echt jetzt? Du hast im Lotto gewonnen? Du nimmst mich doch auf den Arm!“
- Sich kein Bein ausreißen:
- Bedeutung: Sich nicht besonders anstrengen (oft sarkastisch gemeint).
- Beispiel: „Er hat sich bei der Projektarbeit wirklich kein Bein ausgerissen.“
Warum benutzen wir das eigentlich?
Redewendungen machen die Sprache bildhaft. Es ist viel langweiliger zu sagen: „Ich bin ungeschickt“, als zu sagen: „Ich habe zwei linke Hände“. Wenn ihr diese Phrasen in eurem nächsten B2-Brief oder im Gespräch benutzt, klingt ihr sofort wie ein Muttersprachler (oder zumindest wie jemand, der verstanden hat, wie wir ticken).
Achtung, Fettnäpfchen-Gefahr!
Benutzt Redewendungen nur, wenn ihr euch sicher seid. Wenn ihr sagt: „Ich greife dir unter die Beine“, schaut man euch sehr verwirrt an. Es sind immer die Arme!
Hier sind noch ein paar andere Fehler, die ihr nicht machen solltet!